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Parodontosecheck und Vorsorge PLUS Programm, Frühwarnsystem für Parodontose Parodontose ist die häufigste Ursache für Zahnverlust. Neue Untersuchungsergebnisse beweisen: Die „Volkskrankheit Parodontose“ kann mit einem hohen Maß an Therapiesicherheit bereits vor Eintreten der Erkrankung verhindert werden!  

Parodontologie, Parodontitis: Gesundes Zahnfleisch für gesunde Zähne Typischer Verlauf einer Parodontitiserkrankung Die Parodontologie beschäftigt sich mit Diagnose und Therapie der Erkrankungen des Zahnhalteapparates.  

Molekularbiologische Analyse, Die Früherkennung der Parodontose ist wichtig für den Heilungserfolg. Da die Erkrankung meist chronisch und schmerzlos verläuft, sind die Frühsymptome oftmals nicht sehr charakteristisch.  

Zahnersatz, Hochwertige und passgenaue Zahntechnik setzen eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker-meister voraus. Wir legen großen Wert auf eine individuelle und optimale Versorgungslösung für jeden Patienten. 

Ästhetische Zahnheilkunde, Ästhetik, Schönheit und Perfektion nehmen eine immer größere Bedeutung in unserer heutigen Gesellschaft ein und sichern in vielen Fällen privates Glück und beruflichen Erfolg. 

Kiefergelenksdiagnostik, Tinitus, Migräne, Kopf- und Ohrenschmerzen, Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen, Nacken-schmerzen können in vielen Fällen ihren Ursprung in Fehlfunktionen des Kausystemes haben. 

Implantologie, Die Implantologie spielt heute eine immer größere Rolle in der Versorgung der Patienten, die von Zahnverlust betroffen sind.  

Parodontologie

Darunter versteht man die als Parodontitis oder Parodontose bezeichneten entzündlichen oder degenerativen Veränderungen von Zahnfleisch und zahntragendem Kieferknochen, die unbehandelt zu vorzeitigem Zahnverlust führen können. Der Spezialist für die Behandlung dieser Krankheiten wird als Parodontologie bezeichnet.
 
Parodontitis (Parodontose), die gefürchtete Erkrankung des Zahnhalteapparates, der heute mehr Zähne zum Opfer fallen als der Karies, ist eine echte Volkskrankheit: Etwa 30 % der Bevölkerung sind betroffen, die Behandlungs- und Folgekosten gehen landesweit in die Milliarden. Die Betroffenen leiden oft stark unter Mundgeruch, ästhetischen Beeinträchtigungen durch Zahnfleischrückgang und sich verschiebenden Zähnen. Ausserdem gilt heute als gesichert, dass eine unbehandelte Parodontitis auch schwere Allgemeinkrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen kann.
Die Parodontose / Parodontitis ist eine heimtückische Erkrankung, die oft über lange Zeit schmerzlos und deshalb unbemerkt verläuft. Je früher man sie erkennt und behandelt, umso besser sind die Chancen einer Heilung. Unsere Praxis ist auf die Behandlung von Parodontalerkrankungen spezialisiert. Prof.(CAI) Dr. Hille hat in seiner beruflichen Laufbahn mit namhaften Parodontologen zusammengearbeitet und ist stets bemüht, den neuesten Stand der Forschung in die tägliche Praxis umzusetzen. So können wir unseren Patienten das gesamte Spektrum der modernen Parodontaldiagnostik und -therapie anbieten:

Spektrum der modernen Parodontaldiagnostik und -therapie anbieten:

  • Prophylaxe und Dentalhygiene mit qualifiziertem Fachpersonal
  • Bakteriologische und genetische Tests zur Parodontitis-Diagnostik
  • Schonende Laserbehandlung zur wirksamen Dekontamination der Zahnfleischtaschen
  • Konservative Therapie mit Deep Scaling (Tiefenreinigung der Taschen)
  • „Full-Mouth-Desinfection“ mit gezieltem Antibiotika-Einsatz
  • Chirurgische Parodontal-Therapie mit GBR/GTR-Technik und Emdogain® zur Knochenregeneration
  • Behandlung der Periimplantitis (Knochenentzündung um Implantate)
  • Chirurgische Behandlung von Zahnfleischrezessionen (Zahnfleischrückgang) und Gummy Smile sowie weitere ästhetische Korrekturen des Zahnfleisches

Wenn Sie nur einzelne Schwerpunktthemen interessieren, oder das Kapitel abschnittsweise lesen wollen, können Sie nach folgenden Kapiteln richten:

Kapitelübersicht: Parodontitis
1. Parodontitis Übersicht: Gesundes Zahnfleisch für gesunde Zähne


2. Zahnfleisch-Probleme: Von der Gingivitis zur Parodontitis

o Gingivitis
o Behandlung der Gingivitis
o Was bedeutet Parodontitis oder Parodontose?
o Welche Faktoren begünstigen das Entstehen der Parodontose?
o Welche Folgen kann Parodontitis haben?

3. Diagnose: Wie kann man Parodontitis erkennen?

o Messung der Zahnfleischtaschen und Röntgenbild
o Gen-Test
o Bakterien-Test

4. Therapie: Parodontitis ist heilbar!

 o Die konservative (nicht-chirurgische) Initialtherapie
o Antibiotika-Behandlung
o Laser-Behandlungen
o Die chirurgische Parodontalbehandlung
o Behandlung der Periimplantitis mit Implantaten
o Nachsorge (Recall)


5. Fragen und Antworten zu Parodontitis

Parodontitis
Zahnfleisch-Probleme: Von der Gingivitis zur Parodontitis
Inhaltsangabe
Themen auf dieser Seite:
1. Gingivitis
2. Behandlung der Gingivitis
3. Was bedeutet Parodontitis oder Parodontose?
4. Welche Faktoren begünstigen das Entstehen der Parodontose?
5. Welche Folgen kann Parodontitis haben?
 
Bakterien aus einer Zahnfleisch-Tasche unter dem Mikroskop
 
Ein häufiges Problem: Zahnfleisch-Entzündung (Gingivitis)
Eine Zahnfleisch-Entzündung wird auch als Gingivitis bezeichnet. Es handelt sich um sehr häufig auftretende Entzündungen, die meistens harmlos sind. Allerdings kann sich hinter einem scheinbar harmlosen Zahnfleisch-Problem auch der Beginn einer Parodontitis verstecken. Deshalb sollte man den Zahnarzt konsultieren, wenn eine Zahnfleisch-Entzündung nicht innert weniger Tage abheilt.
Unsere Mundhöhle ist normalerweise von ca. 500 verschiedenen Bakterienstämmen besiedelt, die in kleinen Konzentrationen von unserem Immunsystem problemlos in Schach gehalten werden. Wird nun die Mundhygiene vernachlässigt, so bilden sich klebrige Zahnbeläge (Plaques), in denen sich die Bakterien massenhaft vermehren können. Durch Bakteriengiftstoffe (Toxine) kommt es dann zur Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die sich meist durch eine verstärkte Blutungsneigung des Zahnfleisches beim Zähneputzen bemerkbar macht.

Die wichtigsten Anzeichen für Gingivitis

 · Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen oder beim Biss z.B. in einem Apfel
· Geröteter schmerzempfindlicher Zahnfleisch-Rand
· Leichte Schwellung am Zahnfleisch-Rand
· Mundgeruch

Faktoren, die Gingivitis (Zahnfleisch-Entzündung) begünstigen, sind:

· Unzureichende Mundhygiene, bakterielle Beläge (Plaques) und Zahnstein
· Schlecht angepasste, überstehende Kronen- oder Füllungsränder
· Schlupfwinkel durch schief- oder zu eng stehende Zähne
· Hormonelle Umstellungen: Schwangerschaft, Pubertät, Wechseljahre
· Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Leukämie, Störungen des Immunsystems
· Schleimhauterkrankungen wie z.B. Lichen planus der Mundschleimhaut
· Bestimmte Medikamente, wie z.B.

o Nifedipin (Blutdrucksenker)
o Hydantoin (Antiepileptikum)
o Cyclosporin (Sandimmun, Immunsuppressivum, unterdrückt das normale Immunsystem und muss z. B.nach Nierentransplantation oder anderen Organ-Transplantationen lebenslang eingenommen werden.)

Eine Sonderform der Gingivitis ist die Gingiva-Hyperplasie, die durch Zahnfleisch-Wucherungen gekennzeichnet ist. Die Gingiva-Hyperplasie wird oft durch die oben genannten Medikamente ausgelöst, meistens wird das Problem aber durch eine nicht optimale Mundhygiene sowie manchmal auch durch eine genetische Veranlagung verschärft.
 
Gingiva-Hyperplasie bei 33-jährigem Epilepsie-Patienten. Die gegen die Epilepsie eingenommenen Medikamente (Antiepileptika) können als Nebenwirkung Wucherungen des Zahnfleisches bewirken. Das rechte Bild zeigt die entzündungsfreie Situation nach Abtragung des überschüssigen Gewebes mit dem Laser und Optimierung der Mundhygiene
Behandlung der Gingivitis
Die Gingivitis ist, wie bereits ausgeführt wurde, ein häufiges und anfangs meist harmloses Zahnfleisch-Problem. Bei rechtzeitiger Behandlung heilt die Zahnfleisch-Entzündung ohne Spätfolgen ab. Die Behandlung besteht in der konsequenten Beseitigung der Ursachen: Entfernung von Zahnstein und Zahnbelägen und Instruktion des Patienten durch die Dentalhygienikerin. Schlecht passende, überstehende Kronen und Füllungen sollten ausgetauscht, Zahnfehlstellungen durch eine kieferorthopädische Behandlung korrigiert werden. Wenn gewisse Medikamente an der Gingivitis beteiligt sind, kann manchmal in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt durch Umstellung der verwendeten Präparate Abhilfe geschaffen werden.

Gingivitis vor und nach Behandlung durch Optimierung der Hygiene: Vollständige Rückbildung der Entzündungs-Symptome
Wenn die Gingivitis nicht behandelt wird und die Entzündung über längere Zeit besteht, dringen die Bakterien unter das Zahnfleisch vor und greifen dort die Gewebe an. Durch die Bildung von Zahnfleisch-Taschen kann die Gingivitis in die gefürchtete Parodontitis übergehen.

Was bedeutet Parodontitis oder Parodontose?
Parodontitis mit Taschenbildung, Knochenschwund und Zahnstein unter dem Zahnfleisch
Zahnfleisch-Taschen sind ein Anzeichen für Parodontitis
Parodontitis (oft auch populär als Parodontose oder fälschlich als Paradontose, Parodentose oder Paradentose bezeichnet) ist eine zumeist chronische, schmerzlos verlaufende, bakterielle Infektion des als Parodont bezeichneten Zahn-Halteapparates (Zahnfleisch, Wurzelhaut, zahntragender Knochen).
Im vorigen Kapitel wurde der Zusammenhang zwischen bakteriellen Zahnbelägen und Zahnfleisch-Entzündung (Gingivitis) aufgezeigt. Bei länger bestehender Gingivitis greift die Entzündung vom Zahnfleisch auf den die Zahnwurzel tragenden Kieferknochen über und beginnt, diesen abzubauen.

Es bilden sich zunächst Zahnfleisch-Taschen, in denen sich die Bakterien ungestört vermehren können, da sie dort mit der Zahnbürste nicht mehr entfernt werden können. Durch fortschreitenden Abbau des Kieferknochens werden diese Taschen immer tiefer und Zahnstein, der sich unter dem Zahnfleisch bildet, verstärkt noch diese Tendenz. Dabei nimmt mit zunehmender Tiefe der Taschen die Anzahl der besonders aggressiven Bakterien zu, die gänzlich ohne Sauerstoff leben können (Anaerobier). Ohne Behandlung führt die Parodontose schliesslich zur Lockerung und zum Verlust der befallenen Zähne.
Das Tückische an der Parodontitis ist, dass sie als chronische Entzündung keine Schmerzen verursacht und deshalb von den Patienten nicht selten erst bemerkt wird, wenn der Knochenabbau schon so weit fortgeschritten ist, dass die befallenen Zähne locker werden. Dabei ist eine rechtzeitige Diagnose extrem wichtig, denn im frühen Stadium sind die Aussichten auf Heilung bei den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten sehr gut.
Normalerweise ist die Parodontitis eine Erkrankung des Erwachsenenalters ab ca. 30 Jahren. Eine bei Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren auftretende spezielle Form der Parodontitis wird als juvenile Parodontitis bezeichnet. Mit dem Bakterien-Test kann bei den betroffenen Jugendlichen eine besonders aggressive Bakterienart nachgewiesen werden. Die juvenile Paradontitis macht weniger als 1% aller Parodontitis-Fälle aus und ist die einzige Form der Parodontalerkrankung, deren Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Welche Faktoren begünstigen das Entstehen der Parodontose?

  • Unzureichende Mundhygiene
    Der weitaus grösste Teil der Parodontalerkrankungen liegt hier begründet. Bakterielle Zahnbeläge führen zur Gingivitis, die sich dann zur Parodontitis ausweitet. Vor allem, wenn noch weitere Risikofaktoren hinzukommen, spielt die Mundhygiene häufig die ausschlaggebende Rolle.

  • Rauchen
    Erst seit einigen Jahren weiss man, dass starke Raucher (10 oder mehr Zigaretten am Tag) ein markant höheres Risiko haben, an Parodontitis zu erkranken als Nichtraucher. Auch schreitet die Krankheit bei ihnen häufig schneller voran und spricht schlechter auf die Behandlung an. Raucher, die an Parodontitis erkranken, sollten daher unbedingt das Rauchen aufgeben.

  • Genetische Veranlagung
    Schon lange ist bekannt, dass bestimmte Menschen trotz guter Mundhygiene an schweren, fortschreitenden Parodontalerkrankungen leiden, während andere selbst bei massiven Bakterienkonzentrationen im Mund gesund bleiben. Dieses Phänomen blieb lange rätselhaft. Heute wissen wir, dass etwa 30% der Bevölkerung eine Veranlagung zur Parodontitis in der genetischen Substanz verankert hat. Mit dem Paro-Gen-Test® können wir diesen sogenannten IL-1 Genotyp heute mit einem einfachen Abstrich feststellen.

  • Stress
    Viele Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Stress, der wohl auf die stressbedingte Schwächung des Immunsystems zurückzuführen ist.

  • Schwangerschaft
    Die in der Schwangerschaft ausgeschütteten Hormone bewirken eine ausgeprägte Tendenz zur Gingivitis und Parodontitis. Schwangere sollten daher besonders konsequent die tägliche Mundhygiene beachten, um Schäden vorzubeugen.

  • Allgemeinerkrankungen
    Hier ist vor allem ein mit hohem oder stark schwankendem Blutzuckerspiegel einhergehender unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes zu nennen, der als Risikofaktor zu Buche schlägt, aber auch bestimmte Formen der rheumatoiden Arthritis (Rheuma) und andere Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, sowie angeborene oder erworbene Schwächen des Immunsystems (z.B. AIDS)

  • Medikamente
    Wirkstoffe, die das Immunsystem schwächen (z.B. Cyclosporin, Kortison) können Parodontose begünstigen.

 

Welche Folgen kann Parodontitis haben?
Hier müssen wir unterscheiden zwischen den Folgen für das Kauorgan und Auswirkungen auf den Gesamtorganismus.
1. Folgen für das Kauorgan 
43-jähriger Patient mit fortgeschrittener aggressiver Parodontitis. Die Schneidezähne sind bereits stark gelockert.
Der Zahnfleischrückgang bringt zunächst durch „zu lange Zähne“ ästhetische Probleme mit sich, freiliegende Zahnhälse und Wurzelanteile neigen zu Sensibilität und Karies. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Zahnlockerung und -wanderung, später zu Zahnverlust. Die prothetische Versorgung ist dann oft problematisch, weil die verbleibenden Zähne nicht belastbar sind und nicht als Brückenpfeiler in Frage kommen. Eine Implantatbehandlung ist dann meist die einzige Möglichkeit, die volle Kaufunktion zu erhalten. Viele Parodontitis-Patienten leiden auch an starkem Mundgeruch.
2. Auswirkungen auf den Organismus
Aufsehen erregt haben neueste gesicherte Forschungsergebnisse, nach denen an Parodontitis erkrankte Personen ein zwei- bis dreifach höheres Risiko haben, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Als Ursache der Blutgerinnsel wurde eine Ausschwemmung in die Blutbahn der in den Zahnfleischtaschen angesiedelten anaeroben Parodontitis-Keime nachgewiesen. Erwiesen ist ebenfalls, dass schwangere Frauen mit ausgeprägter Parodontitis ein achtfach höheres Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt haben. Die Parodontitis kann also nicht nur die Mundgesundheit gefährden, sondern schwere Folgen für die allgemeine Gesundheit nach sich ziehen.  

Parodontitis
Diagnose: Wie kann man Parodontitis erkennen?
Inhaltsangabe
Themen auf dieser Seite:

  1.   Parodontalbefund: Messung der Zahnfleischtaschen und Röntgenbild

  2. Gen-Test

  3. Bakterien-Test

  4. MMP 8 Test

Die Früherkennung der Parodontose ist wichtig für den Heilungserfolg. Da die Erkrankung meist chronisch und schmerzlos verläuft, sind die Frühsymptome oftmals nicht sehr charakteristisch. Ein wichtiges Alarmsignal kann Zahnfleischbluten - beim Zähneputzen oder z.B. beim Biss in einen Apfel - sein, das häufig auf eine Gingivitis hindeutet. Rötung und Schwellung des Zahnfleisches, sowie Mundgeruch können ebenfalls wichtige Hinweise sein. Kommt es zur Lockerung oder Wanderung von Zähnen, so ist die Parodontitis meist schon weit fortgeschritten.
Die eigentliche Diagnose der Parodontalerkrankungen kann aber nur beim Zahnarzt erfolgen. Die Methoden der Wahl sind das Vermessen der Zahnfleisch-Taschen und die Röntgen-Aufnahme. Bei der Taschenmessung wird eine kalibrierte Mess-Sonde an sechs verschiedenen Stellen um jeden Zahn herum in die Zahnfleischfurche eingeführt. Beim gesunden Zahnfleisch beträgt die Eindringtiefe 1-2mm. Werte über 4 mm können auf eine Parodontalerkrankung hinweisen.
 
Messung der Zahnfleischtaschen - links gesundes Zahnfleisch, rechts Taschenbildung
Diese praktisch schmerzlose Messung ist die sicherste Methode, um Parodontitis / Parodontose zu erkennen. Aus diesem Grund führen wir die Taschenmessung bei jedem erwachsenen Patienten routinemässig einmal jährlich im Rahmen der Dentalhygiene durch. Wichtig ist auch die Röntgen-Kontrolle der Kiefer, denn das Röntgenbild erlaubt eine Beurteilung des Knochenverlaufs und zeigt, wo der Knochen bereits verloren gegangen ist.
 
Schwere Parodontitis im Röntgenbild. Die grüne Linie zeigt das normale Knochenniveau beim Gesunden, die rote den aktuellen Knochenverlauf
Der Parodontalbefund, der bei Verdacht auf Parodontitis erhoben wird, umfasst weiterhin folgende Kriterien:

  • Ausfluss aus Zahnfleisch-Taschen (Eiter) · Zahnfleisch-Rückgang bzw. Rezession

  • Zahnstein und Beläge über und unter dem Zahnfleisch

  • Befall der Wurzel-Teilungsstellen bei mehrwurzligen Zähnen (sog. Furkations-Ostitis) 

  • Erfassung eines Index-Wertes, der die parodontale Gesundheit misst, wie z.B.

  • BOP (Bleeding on Probing). Der gebräuchliche BOP-Index gibt den Prozentwert der Zahnfleischtaschen an, die beim Sondieren bluten. 

  • PSI (Periodontal Screening Index) 

  • PBI (Papillen-Blutungsindex) 

  • PI (Plaque Index) 

  • Zahnlockerung

  • Mundgeruch 

     

    Vollständiger Parodontal-Befund eines Parodontitis-Patienten


    Gen-Test
    Warum gibt es Patienten, die trotz guter Mundhygiene an Parodontitis erkranken, und andere, deren Parodont (Zahnhalteapparat) auch massiven Ansammlungen von Zahnstein und Plaque standhaft widersteht? Wieso treten Parodontalerkrankungen familiär gehäuft auf? Ist Parodontose vererblich?
    Heute weiss die Wissenschaft endlich eine Antwort auf diese Fragen: Etwa 30% der Bevölkerung sind genetisch vorbelastet. Bei ihnen besteht erblich ein stark erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Mit dem Paro-Gen-Test (ein schmerzloser Abstrich im Munde genügt) können wir diese Personen jetzt mühelos identifizieren. Dies kann in vielen Fällen hilfreich sein, um diese besonders anfälligen Risikopatienten speziell engmaschig kontrollieren zu können. Für alle Patienten, die erblich eine Veranlagung zur Parodontitis aufweisen, ist eine perfekte Mundhygiene besonders wichtig und weitere Risikofaktoren, besonders das Rauchen, sollten um jeden Preis vermieden werden.

    Bakterien-Test
    Die für die Parodontalerkrankungen verantwortlichen Bakterien-Arten sind mittlerweile bestens bekannt. Allerdings hat jeder Parodontitis-Patient ein individuelles Keimspektrum, in dem bestimmte Bakterien vorherrschen und andere weniger stark vertreten sind.
     
    Eine Bakterien-Probe wird entnommen, indem eine sterile Papierspitze in die Zahnfleisch-Tasche eingeführt wird. Unten das Ergebnis aus dem Labor
     
    Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass der gezielte Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung der Parodontitis die Aussicht auf Heilung erheblich verbessert. Daher kann es sinnvoll sein, mit einem bakteriologischen Abstrich das Keimspektrum des Patienten zu bestimmen. Mit sterilen Papierspitzen werden Proben aus den tiefen Zahnfleischtaschen entnommen und an ein spezialisiertes Labor gesandt. Bereits nach wenigen Tagen erhalten wir eine detaillierte Analyse über Anzahl und Art der Bakterien-Flora, die die Zahnfleischtaschen be
    siedelt. Nun können wir gezielt ein Antibiotikum auswählen, das besonders wirksam gegen die im Test festgestellten Keime ist.

MMP 8 Test
Geläufige Mittel der Parodontitis-Diagnostik sind die Sonde und das Röntgen sowie unterschiedliche Tests, die entweder die bakterielle Zusammensetzung des Biofilms ( Bakterienspektrum ) analysieren oder die genetische Disposition des Patienten. Nun kommt eine neue Methode hinzu: Mithilfe des aMMP-8-Tests kann der Sulkusfluid auf die aktive Form der Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) hin untersucht werden, die eine Hauptursache für die parodontale Zerstörung ist.
Dieser Test ist zukunftsweisend, da er erstmalig darüber Auskunft gibt, ob ein Parodontoserisiko besteht. Hier wird also untersucht, ob spezielle Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden müssen, um zu vermeiden, dass es zu einer Parodontose kommt. Wir setzen mit dieser Untersuchung  also bereits vor der Erkrankung an. Dieser Test ist auch Bestandteil unseres Vorsorge PLUS Programmes.
Falls erforderlich kann auf diese Weise ein individuell abgestimmtes Vorsorgeprogramm erarbeitet  und eine dauerhafte Zahnerhaltung ermöglicht werden.

Parodontitis
Therapie: Parodontitis ist heilbar !
Inhaltsangabe
Die Behandlung der Parodontitis richtet sich nach Art und Schweregrad der Erkrankung. Man unterscheidet:
1. Die konservative (nicht-chirurgische) Initialtherapie
2. Antibiotika-Behandlung
3. Laser-Behandlungen
4. Die chirurgische Parodontalbehandlung
5. Behandlung der Periimplantitis mit Implantaten
6. Nachsorge (Recall)
Konservative (nicht-chirurgische) Therapie
Die Initialtherapie ist die erste Phase der Behandlung der Parodontitis. Sie zielt darauf ab, die äusseren Ursachen der Parodontalerkrankung zu beseitigen und dadurch die Voraussetzung für eine Heilung zu schaffen.

  •  Entfernung von Zahnstein und Plaque durch die Dentalhygienikerin 

  •  Evtl. Tiefenreinigung der Zahnwurzeln und Taschen (Deep Scaling)

  •  Individuelle Mundhygiene-Instruktion des Patienten 

  •  Austauschen überstehender, schlecht passender Kronen, Füllungen usw. 

  •  Ausschaltung weiterer Risikofaktoren (z.B. Rauchen) 
     

Ausschaben der Zahnfleischtaschen mit der Curette beim Deep Scaling (Curettage)
Zunächst erfolgt eine gründliche Hygienesitzung bei der Dentalhygienikerin. Genauso wichtig wie die gründliche Reinigung der Zahnoberflächen von Zahnstein und bakteriellen Belägen ist die Schulung des Patienten. Dieser wird individuell in der für ihn geeigneten Mundhygiene-Technik eingewiesen. Die Bedeutung dieser eigentlich banalen Zahnhygiene-Massnahmen ist enorm. Schlechte oder unzureichende Mundhygiene ist der Hauptrisikofaktor für das Entstehen der Parodontitis und jede Behandlung dieser Krankheit muss scheitern, wenn die tägliche Mundhygiene nicht gewissenhaft eingehalten wird.
Wenn tiefe Taschen festgestellt werden, besteht der nächste Behandlungsschritt meist im sogenannten Deep Scaling, d.h. ein gründliches Ausschaben der unter dem Zahnfleischniveau gelegenen Taschen und Wurzeloberflächen. Das Deep Scaling wird von der spezialisierten Dentalhygienikerin in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) schmerzfrei durchgeführt. Dabei werden die infizierten und mit Zahnstein belegten Wurzeloberflächen unter dem Zahnfleisch sorgfältig geglättet (Root Planing). Dazu werden grazile Hand-Küretten und Ultraschall-Instrumente eingesetzt. Gleichzeitig wird mit der Kürette auch das Entzündungsgewebe aus den Taschen entfernt (Kürettage). Das Deep Scaling kann mit einer Antibiotika-Therapie und einer Laser-Behandlung kombiniert werden.

Antibiotika gegen Parodontitis
Dieser neue Ansatz zur Bekämpfung der Zahnbetterkrankungen hat in den letzten Jahren ständig an Bedeutung gewonnen. Man weiss heute, dass es einige genau bekannte und definierte Bakterienarten sind, die zur Parodotitis führen. Diese in den Zahnfleisch-Taschen angesiedelten Keime können wir mit einem speziell dafür entwickelten Bakterien-Test identifizieren.
Mit dem Laborbefund können wir gezielt ein Antibiotikum auswählen, das besonders wirksam gegen die im Test festgestellten Keime ist. Je nach Befund kann auch eine Kombination von zwei verschiedenen Antibiotika-Präparaten nötig sein, um die Wirkung zu optimieren. Die Antibiotika (meist handelt es sich um Amoxicillin, Metronidazol oder Doxicyclin) werden als Tabletten über einen Zeitraum von 1-2 Wochen eingenommen oder lokal als Gel (z.B. Elyzol-Gel) in die befallenen Taschen eingebracht. Allerdings ist die Antibiotika-Behandlung nur dann wirksam, wenn sie mit einer konservierenden oder chirurgischen Behandlung kombiniert wird. Für die Lokalbehandlung der Taschen werden auch Antiseptika wie Chlorhexidin verwendet, die desinfizierende Eigenschaften haben.
Bei der sogenannten Full-Mouth-Desinfection (Desinfektion des ganzen Mundes) versucht man, in möglichst kurzer Zeit (1-2 Tage) alle befallenen Zähne zu behandeln. Wenn nämlich zuviel Zeit zwischen den einzelnen Behandlungssitzungen vergeht, besteht die Gefahr, dass die Bakterien aus den noch unbehandelten Taschen die bereits behandelten Taschen wieder besiedeln.
Neueste Studien signalisieren eine hohe Erfolgsquote bei Parodontalerkrankungen, die gleichzeitig antibiotisch und mittels lokaler Massnahmen (z.B. Deep Scaling) therapiert werden. In vielen Fällen kommt es zu einer dauerhaften Elimination der aggressiven Parodontitiskeime und somit zu einer Ausheilung von Zahnfleisch und Parodont (Zahnhalteapparat).

LASER-Parodontalbehandlung
Laser-Parodontalbehandlung: Schmerzlos und effektiv
Der in unserer Praxis eingesetzte Chirurgie-Laser (ein gepulster Diodenlaser der neuesten Generation) leistet hervorragende Dienste auch bei der Behandlung der Parodontitis. Sein gebündelter, präziser Strahl ist so energiereich, dass in seinem Einwirkungsbereich sämtliche Mikroorganismen sofort abgetötet werden. Dabei ist die Behandlung für den Patienten schmerzlos und nicht belastend.
Die Laser-Therapie erweitert die Möglichkeiten der konservativen Behandlung der Parodontalerkrankungen. Dank des Lasers können wir auch bei fortgeschrittener Parodontitis häufig auf Operationen verzichten. Stattdessen führen wir eine schonende geschlossene Kürettage (Tiefenreinigung) der Zahnwurzeln und Taschen mit Laser-Dekontamination und evtl. begleitender Antibiotika-Gabe durch. In vielen Fällen kommt es dadurch zur Ausheilung der Entzündung. Auch bei der chirurgischen Behandlung der Parodontitis und Periimplantitis hat der Laser einen hohen Stellenwert.
Die photodynamische Therapie (PDT) beinhaltet die vorgängige Anfärbung der Parodontitis-Keime durch einen blauen Farbstoff, der das Laserlicht besonders gut absorbiert. Dadurch wird die antimikrobielle Wirkung des Lasers gesteigert.

Chirurgische Parodontaltherapie 
Zahnfleischtaschenbildung (links) und Zustand nach chirurgischem Eingriff mit Knochenaufbau (rechts)
Im vorigen Abschnitt haben wir die Möglichkeiten der konservativen Parodontitis-Behandlung ohne Operation erläutert. Diese ist heute in vielen Fällen so erfolgreich, dass der Griff zum Skalpell nicht mehr erforderlich ist und das vom Patienten gefürchtete „Aufschneiden“ des Zahnfleisches entfällt. Aus diesem Grund wird die Parodontose heute in jedem Fall zunächst konservativ behandelt. Nach 1-3 Monaten erfolgt dann eine erneute Untersuchung, um den Erfolg der bisherigen Behandlung zu dokumentieren.
Nur wenn nach Anwendung aller konservativen Behandlungsmethoden immer noch tiefe Zahnfleischtaschen festgestellt werden, muss die operative Therapie erwogen werden.
Ziel der chirurgischen Eingriffe ist die Wurzelglättung und Curettage unter Sicht sowie die Beseitigung von Bakterienschlupfwinkeln (auch mit Laser-Unterstützung) und tiefen Zahnfleisch- und Knochentaschen. Mit modernen regenerativen Techniken wie GBR (Guided Bone Regeneration) bzw. GTR (Guided Tissue Regeneration) ist es erstmals möglich, nicht nur die Parodontitis zu stoppen, sondern in manchen Fällen auch verloren gegangenen Knochen wieder aufzubauen und somit dem Knochenschwund aktiv entgegenzuwirken.
 
Emdogain: Wachstumsfaktoren für die parodontale Regeneration
Nach lokaler Betäubung wird das Zahnfleisch mit einem Mikro-Skalpell vorsichtig eröffnet und der von der Parodontitis befallene Knochen freigelegt. Die Knochentaschen werden sorgfältig von Entzündungsgewebe gesäubert. Es erfolgt eine Glättung der Zahnwurzeln, wobei Zahnstein und bakterielle Beläge entfernt werden (Root Planing). Die Knochenkrater werden nun – falls erforderlich - mit Knochenersatzmaterial (z.B. Bio-Oss gefüllt und mit resorbierbaren Membranen aus Kollagen (z.B. Bio-Gide) abgedeckt und das Zahnfleisch mit dünnen Fäden schonend vernäht. Unter dem Schutz der Membran wird das Knochenersatzmaterial innerhalb mehrerer Monate in körpereigenen Knochen umgebaut.
Durch die Fortschritte der Biotechnologie stehen heute parodontale Wachstumsfaktoren als gebrauchsfertiges Medikament zur Verfügung. Ein steriles Gel, das unter dem Handelsnamen Emdogain® angeboten wird, enthält bioaktive Proteine, die eine beschleunigte Regeneration von verloren gegangenem parodontalen Gewebe (Knochen, Fasern, Zahnfleisch) bewirken. Nach der chirurgischen Revision der Zahnfleisch- und Knochentaschen wird Emdogain appliziert und das Zahnfleisch dicht vernäht. Bereits nach wenigen Wochen lässt sich oft schon eine Gewebeneubildung nachweisen.
Regenerative Verfahren wie GBR und GTR sowie der Einsatz von Emdogain sind heute wissenschaftlich anerkannte Methoden, die in unserer Praxis routinemässig angewandt werden.

Periimplantitis: Wenn die Parodontitis Implantate angreift 
Schwere, fortgeschrittene Periimplantitis bei einer 39-jährigen Patientin im Röntgenbild. Die Entzündung hat bereits mehr als die Häfte der ursprünglich vorhandenen Knochenhöhe um das Implantat zerstört. Eine chirurgische Entfernung des Implantats ist in einem solchen Fall unausweichlich.
Die Periimplantitis ist eine chronische bakterielle Infektion, die den Knochen um ein Implantat angreift. Sie verläuft ganz ähnlich, wie die Parodontitis. Auch die Risikofaktoren sind die gleichen: Schlechte Mundhygiene, Rauchen, genetische Veranlagung spielen eine entscheidende Rolle. Da die Periimplantitis, genau wie die Parodontitis, meist völlig schmerzfrei verläuft und in relativ kurzer Zeit viel Knochen zerstören kann, ist eine Früherkennung besonders wichtig. Aus diesem Grund sollten alle Implantate in regelmässigen Abständen mit Röntgen-Aufnahmen kontrolliert werden.
Wenn ein Implantat von der Periimplantitis befallen ist, hilft nur ein kleiner chirurgischer Eingriff. Wie bei der chirurgischen Parodontalbehandlung wird das Zahnfleisch um das Implantat eröffnet und das Implantat freigelegt. Nach Entfernung des Entzündungsgewebes wird die Implantatoberfläche vorsichtig mit Spezialinstrumenten gereinigt. Ein spezielles Pulverstrahlgerät mit Glycin-Pulver kann hier gute Dienste leisten. Eine Entkeimung der Implantatoberfläche ist auch mit dem Laser möglich. Anschliessend kann in geeigneten Fällen eine Regeneration des verlorenen Knochens mit der GBR / GTR – Technik angestrebt werden.
 
Regenerative Behandlung einer Periimplantitis: Links der schüsselförmige Knochendefekt, rechts, 9 Monate später, die ausgeheilte Situation. Der das Implantat umgebende Knochen ist vollständig regeneriert.
Nachsorge (Recall)
Eine Heilung der Parodontitis ist, wie wir in diesem Kapitel erläutert haben, durchaus möglich. Allerdings bedarf die ausgeheilte Parodontitis einer engmaschigen Kontrolle, da die Erkrankung – je nach Immunabwehr und Verhalten des Patienten – zum Rückfall (Rezidiv) neigt.
Nach der aktiven Behandlungsphase wird daher der Parodontalpatient in der Nachsorge (geläufig ist auch der amerikanische Begriff "Recall") regelmässig zu Kontrollsitzungen bei der Dentalhygienikerin aufgeboten. Je nach Schwere des Krankheitsbildes, individueller Mundhygiene und parodontaler Resistenz kann der Abstand zwischen zwei Recall-Sitzungen 2-6 Monate betragen. Langzeitstudien belegen, dass die professionelle Betreuung und Überwachung des Parodontalpatienten nach der Behandlung den eigentlichen Schlüssel zur Aufrechterhaltung des Behandlungsresultates darstellt.
In unsrer Praxis versuchen wir, diese Erkenntnis umzusetzen, indem wir alle Parodontalpatienten einer besonders engmaschigen und detaillierten Kontrolle mit regelmässiger Erhebung der Mundhygiene-Indizes und Zahnfleisch-Taschenmessung unterstellen. Weitere Informationen zum Thema Prophylaxe und Mundhygiene.

Parodontitis
Fragen und Antworten zu Parodontitis
Inhaltsangabe
1. Ist es möglich, dass ich an Parodontitis leide, obwohl ich keinerlei Beschwerden habe?
2. Ich habe keinen sichtbaren Zahnfleisch-Schwund. Ist es trotzdem möglich, dass ich Parodontitis habe?
3. Mein Zahnfleisch geht in letzter Zeit stark zurück. Muss ich nun Angst haben, dass ich an Parodontose leide?
4. Ich bin starker Raucher und leide an Parodontose. Ist die Behandlung auch beim Raucher erfolgreich möglich?
5. Ist eine Parodontalbehandlung nicht sehr schmerzhaft? Ich habe gehört, dass dabei "alles aufgeschnitten" werden muss.
6. Wird die Behandlung der Parodontitis von der Krankenkasse übernommen?
7. Ist Parodontitis heilbar?
8. Ich habe häufig Mundgeruch. Kann das einen Zusammenhang mit meinem Zahnfleisch haben?

  1. Ist es möglich, dass ich an Parodontitis leide, obwohl ich keinerlei Beschwerden habe?
    Die Parodontitis verläuft im Gegensatz zur Karies meist völlig schmerzlos. Es gibt wohl häufig Anzeichen, wie z.B. Zahnfleischbluten. Aber selbst das ist nicht in allen Fällen ein zuverlässiges Symptom. Vor allem bei Rauchern, bei denen die Durchblutung der Mundschleimhaut deutlich reduziert ist, tritt oft trotz schwerer Parodontitis kein merkliches Zahnfleischbluten auf. Schmerzhaft wird die Erkrankung erst dann, wenn Sie schon sehr weit fortgeschritten ist. Dann können sich Vereiterungen (Abszesse) im Kiefer und am Zahnfleisch bilden. Bei starker Lockerung können die Zähne zudem beim Beissen Schmerzen verursachen.

  2. Ich habe keinen sichtbaren Zahnfleisch-Schwund. Ist es trotzdem möglich, dass ich Parodontitis habe?
    Bei der Parodontitis kommt es in jedem Fall zu einem Abbau des Zahnhalteapparates, also Knochen, Fasern und Zahnfleisch. Die Entzündung bewirkt aber gleichzeitig auch eine Schwellung des Gewebes, so dass ein sichtbarer Zahnfleischrückgang meist erst im fortgeschrittenen Stadium auftritt.

  3. Mein Zahnfleisch geht in letzter Zeit stark zurück. Muss ich nun Angst haben, dass ich an Parodontose leide?
    Zahnfleisch-Rückgang kann ein Symptom der Parodontitis sein. In vielen Fällen handelt es sich aber nur um eine sogenannte Zahnfleisch-
    Rezession, das heisst, das Zahnfleisch geht zurück ohne entzündliche Ursache, z.B. durch eine falsche Putztechnik. In jedem Fall sollte eine Untersuchung erfolgen, damit die Ursache des Zahnfleischschwundes ermittelt wird und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann.

  4. Ich bin starker Raucher und leide an Parodontose. Ist die Behandlung auch beim Raucher erfolgreich möglich?
    Starke Raucher, die mehr als 10 Zigaretten am Tag rauchen, leiden weitaus häufiger an Parodontitis als Nichtraucher. Ausserdem ist der Behandlungserfolg oft nicht dauerhaft, wenn der Patient weiter raucht. Es ist daher dringend zu empfehlen, das Rauchen ganz aufzugeben.

  5. Ist eine Parodontalbehandlung nicht sehr schmerzhaft? Ich habe gehört, dass dabei "alles aufgeschnitten" werden muss.
    Alle Parodontalbehandlungen, von der dentalhygienischen Vorbehandlung bis hin zur chirurgischen Therapie, sind mit den üblichen örtlichen Betäubungen völlig schmerzlos. Wenn immer möglich, versuchen wir heute, ganz auf das "Aufschneiden", also auf die chirurgische Behandlung, zu verzichten. Dank moderner Methoden wie z.B. gezielter Antibiotika-Einsatz und Laser, ist die konservative Behandlung (ohne Chirurgie) oft erfolgreich.

  6. Wird die Behandlung der Parodontitis von der Krankenkasse übernommen?
    Die Krankenpflege-Leistungsverordnung des Krankenversicherungs-Gesetzes (KVG) sieht eine Leistungspflicht der Krankenkassen im zahnärztlichen Bereich nur bei angeborenen oder unvermeidlichen Erkrankungen vor. Unter den Parodontalerkrankungen sind als solche nur die seltenen Formen der bei Kindern und Jugendlichen auftretenden präpubertären und juvenilen Parodontitis definiert. Alle anderen Parodontalbehandlungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

  7. Ist Parodontitis heilbar?
    Dank der modernen Diagnose- und Therapiemethoden, über die wir heute verfügen, kann die Zerstörung des Zahnhalteapparates in den meisten Fällen gestoppt werden, wenn der Patient gut mitarbeitet (Mundhygiene, Rauchen etc.). In vielen Fällen kann mit regenerativen Techniken auch bereits verlorengegangenes Gewebe wieder aufgebaut werden.

  8. Ich habe häufig Mundgeruch. Kann das einen Zusammenhang mit meinem Zahnfleisch haben?
    Über 90% aller Fälle von Mundgeruch haben eine orale d.h. im Mund befindliche Ursache. Parodontalerkrankungen spielen dabei eine wichtige Rolle, da bei der bakteriellen Zersetzung von Eiweiss-Stoffen in den Zahnfleischtaschen übelriechende Gase freigesetzt werden. Patienten mit Mundgeruch sollten daher zuerst den Zahnarzt aufsuchen.